Mückenatlas-Projekt

Mückenforscher freuen sich über so viel Post wie nie zuvor

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Hunderte Mücken fliegen kurz nach Sonnenuntergang an einem Zaun. Foto: Felix Kästle/Illustration

2016 war für die Mücken in Deutschland ein gutes Jahr - und auch für Mückenforscher. Sie bekamen so viel Post von Mückenjägern wie noch nie und können somit ihre Datensammlung ausbauen.

Müncheberg (dpa) - Mückenjäger aus ganz Deutschland haben in diesem Jahr rund 30 000 Tiere für die Forschung gesammelt - ein neuer Rekord.

Seit Beginn des Mückenatlas-Projekts 2012 habe es noch nie so viele Einsendungen wie in diesem Jahr gegeben, sagte Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Rund 6000 Zusendungen sind in Müncheberg in diesem Jahr eingegangen - und es kommen immer mehr. "Wir erhalten derzeit täglich noch etwa 50 Sendungen", sagte Walther.

Das ZALF arbeitet seit 2012 mit dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) an der Kartierung der in Deutschland vorkommenden Mückenarten.

Für die Mücken hätten in diesem Jahr sehr gute Bedingungen geherrscht. "Durch verstärkte Regengüsse im Frühjahr konnten sich in vielen Regionen ausgedehnte Mückenpopulationen entwickeln", sagte Walther. "Die Leute waren genervt und haben uns viele Mücken geschickt." Das Institut sei dankbar für jedes einzelne Tier und informiere die Mückenjäger per Post über die jeweilige Art und ihre Eigenschaften. "Ob Schulkind oder Rentner - die Menschen interessieren sich dafür und erweitern ihren Horizont."

2012 hatten die Forscher erstmals dazu aufgerufen, Stechmücken zu fangen und einzuschicken. Die Wissenschaftler, die bundesweit auch 120 eigene Fallen aufgestellt haben, erhoffen sich durch die breite Beteiligung mehr Wissen über die 50 einheimischen Arten, aber auch über eingewanderte Mücken. Inzwischen konnten sie zum Beispiel die aggressive Asiatische Buschmücke und die Asiatische Tigermücke in mehreren Bundesländern nachweisen.

Was exotische Insekten gefährlich macht, sind Krankheitserreger, die sie potenziell auf den Menschen übertragen können. Dazu zählen etwa das West-Nil-Fieber, das Chikungunya- oder das Dengue-Fieber.

Seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einigen Jahrzehnten Deutschland für malariafrei erklärt habe, sei die Mückenforschung eingebrochen. So sei eine große Lücke entstanden, erläutert Walther. Die nun gesammelten Daten sollen zunächst Wissenschaftlern zur Verfügung stehen. Langfristig sei aber geplant, sie auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Im Internet, unter www.mueckenatlas.de, veröffentlichen die Forscher alle Einsendungen, erläutern, wie man Mückenjäger wird und welche Behältnisse am besten für den Versand der Insekten geeignet sind. Einer der Hinweise: "Um die Mückenart bestimmen zu können, benötigen wir intakte Exemplare. Zerquetschte oder platt gehauene Exemplare sind unbrauchbar, da sie nicht mehr identifizierbar sind."

Mückenatlas

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