Auffällige Parallelen

Sex-Morde in Süddeutschland: Ist ein Serientäter unterwegs?

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Am Fundort der ermordeten Joggerin in Endingen sucht die Polizei noch immer nach Hinweisen auf den Täter

Freiburg - Die Morde an zwei jungen Frauen in Baden-Württemberg sorgen für Beunruhigung in der Bevölkerung. Nun rücken in diesem Zusammenhang noch zwei weitere Verbrechen in den Fokus der Ermittler.

Vier schreckliche Verbrechen an jungen Frauen sorgen aktuell für Beunruhigung in der Bevölkerung und stellen die Ermittler immer mehr vor ein Rätsel. 

Tatorte liegen nah beieinander

Besonders die beiden Fälle der ermordeten Studentin Maria L. (19) in Freiburg sowie der Joggerin Carolin G. (27) im ebenfalls Baden-Württembergischen Endingen sorgen derzeit für Aufruhr. Die beiden Taten weisen erschreckende Parallelen auf. Beide Frauen wurden überfallen, vergewaltigt und ermordet, und das innerhalb weniger Wochen. Die Tatorte liegen nur etwa 30 Auto-Minuten voneinander entfernt. Der unheimliche Verdacht, dass ein Serienkiller im Süden Deutschlands sein Unwesen treiben könnte, sorgt Anspannung unter den Ermittlern.

Fernsehzuschauer könnten helfen

Am Mittwoch, den 16.11., sollen die beiden Fälle um 20.15 Uhr in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy...ungelöst“ behandelt werden. Zwar sei es ungewöhnlich, dass solch aktuelle Ereignisse in der Sendung aufgegriffen würden, schreibt die Bild-Zeitung in Berufung auf eine Sprecherin des Senders, jedoch stünden die beiden Fälle aktuell im Fokus der Öffentlichkeit und beschäftigen die Bürger. Die Polizei erhofft sich von der Ausstrahlung neue Erkenntnisse, die zu einer ersten heißen Spur führen könnten, denn trotz über 1000 Hinweisen, alleine im Fall der ermordeten 

Trauer um die ermordete Carolin G. in Endingen

Joggerin, haben die Beamten derzeit keinerlei Anhaltspunkte auf den oder die möglichen Täter.

Noch keine heiße Spur

Mittlerweile arbeiten zwei Sonderkommissionen mit insgesamt über 80 Einsatzkräften an der Aufklärung der beiden Morde. Im Fall von Carolin G. wird die Beweisaufnahme am Dienstag abgeschlossen. Mit neuen Ergebnissen ist also erst in den nächsten Tagen zu rechnen. Die Polizei hat bereits über 940 Personen zu dem Fall befragt und über 190 DNA-Proben abgeglichen. Ein Treffer wurde bislang nicht erzielt.

Bauchschmerzen bereitet den Beamten zusätzlich, dass bereits im Sommer zwei Verbrechen an jungen Frauen unaufgeklärt blieben.

Mord nach Spieleabend?

Am 9. Juni wurde die Leiche der Rettungsschwimmerin Isabelle K. (28) nur mit Slip und BH bekleidet an das Bodensee-Ufer in Überlingen gespült. Die junge Frau war am 3. Juni nach einem Spieleabend verschwunden. Während die Polizei zunächst von Suizid ausging, waren sich die Eltern sicher, dass ihre Tochter einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Nach dem Fall der ermordeten Joggerin Carolin G. nahmen sie Kontakt zum Leiter der Sonderkommission „Erle“ auf, um diesen über den Fall ihrer Tochter zu informieren.

Erinnerungen an einen älteren Fall

Bereits im Juli 2015 wurde im schweizerischen Emmen eine 26-jährige Frau vom Fahrrad gerissen und vergewaltigt. Die Frau überlebte schwer verletzt, ist aber seit dem Vorfall vom Kopf abwärts gelähmt. Die Parallelen zum Fall der ermordeten Freiburger Studentin, die ebenfalls vom Fahrrad gezerrt und vergewaltigt wurde, sind unübersehbar, zumal die beiden Tatorte auch hier, mit 150 Kilometern Luftlinie, relativ nah beieinander liegen. Obwohl nach einem DNA-Abgleich mittlerweile fast gänzlich ausgeschlossen werden kann, dass es sich um denselben Täter handelt, könnte Maria L. einem Nachahmungstäter zum Opfer gefallen sein, der von dem Fall in der Schweiz gehört hat.

Die  Ermittlungen gehen derzeit in alle Richtungen. Denn egal, ob es sich nun um einen, zwei oder vier Täter handelt - das oberste Ziel der Ermittler ist es, die Fälle möglichst bald aufzuklären, um den lähmenden Schmerz der Angehörigen der Opfer zu lindern sowie die Bevölkerung von ihrer angespannten Angst zu befreien.

kah

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