Landung der Sonde wohl missglückt

Ticker zur Mars-Mission: Die letzte Hoffnung ist ein Reset

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Die Mars-Tiefebene Meridiani Planum, aufgenommen mit der hochauflösenden Stereokamera von Mars Express der ESA - veröffentlicht am 15.08.2016

München - Am Mittwoch erreichte die Sonde Schiaparelli den Mars. Doch seitdem warten die Experten auf ein Signal. Der Ticker zur Mars-Landung.

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+++ Kann ein Reset die Mars-Mission doch noch zum Erfolg machen?„Es könnte sein, dass der Lander auf dem Boden liegt und sein Bordfunk entweder kaputt ist - dann können wir nichts machen - oder es ist einfach nur die Software abgestürzt, dann können wir einen Reset machen“, sagt Flugleiter Michel Denis der Deutschen Presse-Agentur. Das würde dann mit Hilfe eines Orbiters wie Mars Express geschehen, der seit 2003 um den Himmelskörper kreist, erklärt er.

+++ Bei der offenbar harten Marslandung der Testsonde "Schiaparelli" am Mittwoch könnten deren hinterer Schutzschild und der Fallschirm zu früh abgeworfen worden sein, wie die europäische Weltraumagentur ESA am Donnerstag mitteilte. Die Datenanalyse dauert demnach aber noch an. Ein Signal des Landefahrzeugs blieb zunächst weiter aus - daher war unklar, in welchem Zustand sich der Lander befindet.

+++ ESA-Vertreter Andrea Accomazzo zeigte sich auf der Pressekonferenz überzeugt, dass die Vorgänge in der letzten Landephase des Testmoduls rekonstruiert werden könnten, "da habe ich keine Zweifel". Von dem Landegerät selbst empfingen die Wissenschaftler jedoch auch am Donnerstag zunächst weiter kein Signal. Es seien weitere Datenanalysen notwendig, um zu wissen, ob der Lander überlebt habe oder nicht.

„Wir haben Testergebnisse - ich bin sehr froh“

+++ Die Landung der europäisch-russischen Sonde auf dem Mars ist nur in Teilen geglückt. „Der Lander hat sich nicht verhalten wie wir erwartet haben“, sagte Andrea Accomazzo von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa am Donnerstag bei der Pressekonferenz in Darmstadt. Dennoch habe das Testmodul „Schiaparelli“ Daten gesammelt. „Das ist das Wichtigste“, sagte er. Die Esa-Experten konnte nicht sagen, ob die Sonde auf dem Mars zerschellt oder unbeschädigt ist. Aber Esa-Chef Jan Wörner sagte:„Wir haben die Daten, wir haben Testergebnisse - ich bin sehr froh.“ Mit dem Projekt ExoMars suchen die Esa und ihr russischer Partner Roskosmos nach Spuren von Leben.

+++ ESA-Direktor Jan Wörner hat auf der Pressekonferenz bestätigt, dass die Sonde, die auf dem Mars gelandet hat, Daten übermittelt hat. Der Satellit „TGO“ sei erfolgreich in der Umlaufbahn des Mars gelandet.

+++ Die ESA überträgt die Pressekonferenz zum Stand der Dinge der Mars-Mission im Live-Stream.Seit 10 Uhr läuft die Pressekonferenz.

Experten warten vergeblich auf ein Signal

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Die Testsonde "Schiaparelli" ist auf dem Mars gelandet, hat aber möglicherweise den Aufprall nicht überstanden.

 Es sei unklar, ob die Sonde intakt sei oder nicht. Die Sonde habe den Boden des Roten Planeten berührt, sagte Thierry Blancquaert von der europäischen Weltraumagentur ESA in der Nacht zu Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Doch warteten die Experten weiter vergeblich auf ein Signal des Geräts.

Es sei noch unklar, ob die Sonde intakt sei oder nicht, sagte Blancquaert. Möglicherweise habe "Schiaparelli" einen Felsen oder einen Krater gerammt oder könne "einfach nicht kommunizieren". Er sei allerdings nicht "sehr optimistisch", was das Gerät angehe, fügte Blancquaert hinzu. Um 10.00 Uhr wollte die ESA in Darmstadt eine Pressekonferenz zum Stand der Dinge geben.

+++ Die Raumfahrtbehörden von Europa und Russland müssen weiter auf eine Bestätigung ihrer geplanten ersten gemeinsamen Marslandung warten. Bis zum Abend sandte das Testlandemodul „Schiaparelli“ keine exakten Daten, aus denen die Wissenschaftler auf einen Erfolg schließen konnten. „Wir haben noch Hoffnung und bekommen hoffentlich klarere Ergebnisse in der Nacht“, sagte Esa-Chef Jan Wörner am Mittwochabend in Darmstadt. Erfolgreich war dagegen ein weiterer Teil der ExoMars-Mission. Ein Satellit, der den Testlander mit in Richtung Mars genommen hatte, schwenkte auf eine geplante Umlaufbahn um den Mars ein.

+++ Es gibt neue Signale von der Mars-Sonde. Erleichterung und Freude im Kontrollzentrum auf der Erde. +++ 

+++ Nun heißt es abwarten, ob die Marslandung geglückt ist. ESA-Generaldirektor Jan Woerner hat heute einiges zu tun:

Esa-Chef vor Marslandung: „Wichtiger Schritt für Europa“

+++ Der Chef der Europäischen Weltraumagentur Esa, Jan Wörner, hat die geplante Landung einer Sonde auf dem Mars als echten Test für die europäische Raumfahrt bezeichnet. „Das ist für Europa ein ganz wichtiger Schritt um zu zeigen, dass wir diese Technologie im Griff haben“, sagte Wörner in Darmstadt kurz vor dem geplanten Auftreffen der Sonde auf dem Mars. Erste Signale eines Radioteleskops in Indien hätten gezeigt, dass die Raumsonde auf einem guten Weg sei. +++

+++ Unter dem Hashtag #exomars und #marslanding gibt es Neuigkeiten zur Mars-Landung. +++

+++ Kurz vor der geplanten Landung des Testmoduls „Schiaparelli“ auf dem Mars hat ein europäisch-russischer Forschungssatellit ein wichtiges Bremsmanöver auf seinem Weg zum Roten Planeten eingeleitet. Die Triebwerke des „Trace Gas Orbiters“ (TGO) zündeten planmäßig, wie die Europäische Raumfahrtagentur Esa mitteilte.

+++ Die ESA überträgt die Mars-Mission hier live: Live-Stream zur Mars-Landung +++

 Es ist eine Premiere für die europäische Raumfahrt und zugleich ein heikles Manöver: Am heutigen Mittwoch um voraussichtlich 16:42 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit soll die 600-Kilogramm schwere ESA-Sonde Schiaparelli in die Mars-Atmosphäre eintreten. Es geht um die erste erfolgreiche Mars-Landung Europas auf dem Nachbarplaneten der Erde. Bei der Mission „ExoMars“ arbeitet die Europäische Weltraumorganisation (ESA) mit Hauptsitz in Darmstadt mit der russischen Raumfahrtsagentur Roskosmos zusammen. Gerade mal sechs Minuten später, um 16:48 Uhr, soll die Landung der Sonde auf der Oberfläche des Roten Planeten erfolgen. 

Dann steigt die Spannung: Bis zu zwei Stunden kann es dauern, bis die Signale über Gelingen oder Scheitern der Mission an die Bodenstation übertragen werden.

Hinter der ExoMars-Mission stecken eigentlich zwei Missionen: Der erste Teil ist der Start des Forschungssatelliten „Trace Gas Orbiter“ (TGO) mit der Landekapsel Schiaparelli im März 2016 in Kasachstan. Schiaparelli soll eine weiche Mars-Landung erproben. Die zweite Mission ist für 2020 geplant und besteht aus einem Marsrover und einer Landeplattform mit wissenschaftlichen Instrumenten. 

Mars-Landung: Gibt es Leben auf dem Mars?

Hauptziel des Programms ExoMars ist herauszufinden, ob der Mars jemals belebt war oder es sogar immer noch ist. Die Forscher prüfen dabei, ob der Planet geologisch aktiv ist und sich Hinweise auf einfaches mikrobielles Leben finden lassen. Klar ist, dass die Marsoberfläche kalt, trocken und starker Strahlung ausgesetzt ist. Es herrschen also sehr widrige Bedingungen für Organismen. 

Die Mission soll ein Mosaiksteinchen zu einer der großen Fragen der Menschheit liefern: Woher kommt das Leben?

Mars-Landung: Woher die Landekapsel Schiaparelli ihren Namen hat

Die Landekapsel für die Mars-Landung ist nach dem italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli (1835-1910) benannt, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts per Teleskop helle und dunkle gerade Linien auf dem Planeten wahrnahm. Im Italienischen nannte er sie „canali“.

Das Wort wurde im Englischen und in anderen Sprachen fehlerhaft als „Kanäle“ statt als „Furchen“ oder „Rillen“ übersetzt. Durch den Übersetzungsfehler entstand das Bild eines Netzwerkes aus Bewässerungskanälen, die vermeintlich von intelligenten Wesen auf dem Mars errichtet wurden. Das Missverständnis widerlegten jedoch im 20. Jahrhundert Raumsonden, die die Marsoberfläche fotografierten und die von Schiaparelli gesichteten Strukturen als optische Täuschungen verzeichneten. 

Mehr als 40 Raumsonden starteten bislang gen Mars, mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Ungeklärt bleibt bisher aber die Kernfrage, ob es Leben auf dem Mars gab oder gibt.

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