Geldautomaten-Knacker soll fast sieben Jahre in Haft

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Der Geldautomaten-Sprenger (l) zu Prozessbeginn im Landgericht Siegen: Der 46-Jährige soll fast sieben Jahre in Haft. Foto: Jörg Taron/Archiv

Jahrelang war er untergetaucht und hatte von dem Geld gelebt, dass er aus gesprengten Geldautomaten stahl. Nun muss ein Mann aus dem Siegerland für die Serie von Explosionen ins Gefängnis.

Siegen (dpa) - Ein Dutzend Mal versuchte er, Geldautomaten in die Luft zu jagen - meist scheiterte er, doch zumindest zwei Mal machte er große Beute.

Für diese Serie von Attacken muss ein 46 Jahre alter Geldautomaten-Sprenger hinter Gitter. Das Landgericht in Siegen verkündete heute das Urteil: sechs Jahre und zehn Monate wegen Diebstahls und vorsätzlichen Herbeiführens einer Sprengstoff-Explosion und für Tankbetrug.

Der Angeklagte nahm den Urteilsspruch mit einem Kopfnicken zur Kenntnis. Überraschend war das Urteil nicht, hatte sich der Mann doch zum Auftakt des Prozesses mit dem Gericht verständigt. Als Gegenleistung für ein Geständnis sollte er zu höchstens rund sieben Jahren verurteilt werden.

Der Mann habe versucht, möglichst niemanden zu verletzen, davon zeigte sich die Kammer überzeugt. "Er hat möglichst wenig Gas genutzt, wenn Menschen in der Nähe waren", sagte die Richterin.

Der 46-Jährige habe berufliche und private sowie finanzielle Probleme gehabt, als er sich auf seine Chemie- und Technik-Kenntnisse besonnen und die Idee entwickelt habe, Geldautomaten in gleich mehreren Bundesländern in die Luft zu jagen. Nach der dritten Tat mit einer Beute habe er keinen Weg zurück ins bürgerliche Leben gesehen und sei untergetaucht. "Er hat im Auto geschlafen, hatte keine Krankenversicherung mehr", sagte die Richterin. Am Ende sei er offensichtlich froh gewesen, festgenommen worden zu sein.

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