Nach vier Stunden gab er auf

Angst vor Abschiebung: Mann nimmt Geiseln bei Leipzig

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Nach dem Ende der Geiselnahme wurde der Mann abgeführt.

Schkeuditz - Als die Polizei die Wohnung eines 29-Jährigen durchsuchen will, schlägt er ihnen die Tür vor der Nase zu - und hält sieben Menschen fest. Nach stundenlangen Verhandlungen gibt der Mann auf.

Aus Angst vor einer Abschiebung hat sich der Mann bei Leipzig stundenlang in seiner Wohnung verschanzt. Weil sich dort noch zehn weitere Menschen befanden, darunter kleine Kinder, hielt die Polizei zunächst eine Geiselnahme für möglich. Sie rückte am Donnerstag unter anderem mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) an. Nach knapp vier Stunden gab der 28-Jährige aus Serbien jedoch auf und wurde festgenommen. Verletzt wurde niemand.

Die Kommunikation durch ein offenes Fenster sei „sehr emotional“ verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Der Verhandlungsgruppe des Landeskriminalamtes sei es gelungen, dem Mann den eigentlichen Grund für den Haftbefehl zu erklären und zu versichern, dass keine Abschiebung geplant sei - dies habe der Mann nach eigenen Angaben befürchtet. „Wir haben den Kontakt nie abbrechen lassen“, so der Sprecher. Auch Zettel wurden hin- und hergereicht.

Die Beamten wollten gegen 6.00 Uhr die Erdgeschosswohnung in einem Mehrfamilienhaus in Schkeuditz wegen Einbruchverdachts untersuchen. Der 28-Jährige soll mit einem Komplizen Schmuck und Handys im Wert von 4000 Euro gestohlen haben.

Der Verdächtige verweigerte den Polizisten jedoch den Zutritt und drohte, einem Säugling Gewalt anzutun. Neben dem Mann hielten sich noch vier Kinder, fünf Frauen und ein weiterer Mann in der Wohnung auf. Laut Polizei waren sie Verwandte. Sie seien nach derzeitigem Stand der Ermittlungen aber keine Geiseln gewesen. Die Polizei sprach daher lediglich von einer „Bedrohungslage“.

Nähere Erkenntnisse sollen weitere Gespräche mit den Betroffenen bringen. Sie seien zunächst sehr aufgelöst gewesen, so der Sprecher. Den Angaben zufolge war der 28-Jährige nicht bewaffnet.

dpa

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