Bis dass der Tod uns scheidet

Liebeschaos der Generation Y: Das Geheimnis langer Beziehungen

Berlin - Die Generation Y scheint für Langzeitbeziehungen ungeeignet. Dabei ist der Trick eine solche glücklich führen zu können, denkbar simpel - wenn auch nicht immer leicht umzusetzen.

Beziehungstechnisch stellt die Generation Y - so werden Menschen bezeichnet, die zwischen 1980 und 1999 geboren wurden - ein Problem dar: Viele Paare der heute 17- bis 36-Jährigen halten heute einer kleinen Krise nicht mehr stand und trennen sich, sobald erste Probleme auftreten. Paare, die sieben Jahre oder länger zusammenbleiben, werden seltener. Die jungen Menschen wandeln von einer Kurzzeitbeziehung zur nächsten - immer auf der Suche nach Optimierung: einer Person, die noch besser passt, einem Leben, das noch erfüllter scheint. So schreibt es auch Michael Nast, Autor des Bestsellers „Generation Beziehungsunfähig“. 

Dabei müssten sie, um das Glück einer langen Beziehung zu erlangen, nur einen einzigen, kurzen Rat befolgen: Einfach zusammenbleiben.

Beziehung als Vorzeigeobjekt

Was unspektakulär klingt, ist in der Praxis schwierig. In der heutigen Zeit möchte niemand mehr sein möglichst perfektes Leben mit einer unperfekten Beziehung belasten. Eine Beziehung darf das Leben vorantreiben, aber doch bitte nicht behindern.

Dabei ist es vollkommen menschlich, dass es auch mal Tiefpunkte gibt. Eva Jaeggi, 82 Jahre alt und Psychologin, meint: "Man muss verstehen, dass es Wellen gibt, die auf und ab gehen.“ Manchmal stecke man einfach fest, rede eine Zeit lang kaum miteinander, ist vom anderen genervt und möchte seine Ruhe haben. Dieses Phänomen sei in platonischen Freundschaften nicht selten und auch in Liebesbeziehungen durchaus legitim.

Nicht gleich aufgeben

Es wäre vermessen zu glauben, dass eine Beziehung zweier Menschen, die selbst alltägliche Sorgen, Stimmungsschwankungen, Stress und Launen haben, immer stabil sein muss und kann. Der Trick ist, diese Phasen einfach gemeinsam zu durchstehen, sich Abstand zu gönnen und sich dann wieder anzunähern, anstatt jedesmal gleich davon zu laufen, wenn es mal nicht kreisrund läuft. Man darf schwierige Phasen nicht ignorieren, so die Journalistin und „Liebeserklärerin“ Nicola Erdmann. 

Manchmal hilft es auch, an sich oder gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten. Allerdings darf man solche Phasen auch nicht überinterpretieren und dramatisieren. 

Mehr als nur ein Kribbeln

Viele junge Leute verstehen den Übergang zwischen dem frühen Stadium des Verliebtseins und Liebe nicht. Sobald die ersten Schmetterlinge weg sind, geben sie auf, führen an, „keine Gefühle mehr“ zu haben und erklären die Beziehung für beendet.

Zu erkennen, dass zu einer wirklichen, innigen Liebesbeziehung mehr gehört, als ein Kribbeln im Bauch und viel Spaß zusammen, ist das wahre Geheimnis einer glücklichen und dauerhaften Beziehung. Und wer das erkennt, der darauf hoffen, dass er irgendwann auch einen dauerhaften Partner findet. Denn wahre Liebe währt ja bekanntlich ein Leben lang.

kah

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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