Drei Monate nach Terroranschlag

Eagles of Death Metal: Bewegendes Konzert in Paris

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Sänger Jesse Hughes erinnert mit einem T-Shirt an die Anschläge von Paris. 

Paris - Der Terroranschlag während ihres Auftritts im „Bataclan“ schockierte die Welt - nun sind die Eagles of Death Metal drei Monate später zurück in Paris. Und zeigen Emotionen.

Mit einem emotionalen Konzert ist die Rockband Eagles of Death Metal drei Monate nach dem Anschlag im Musikclub „Bataclan“ nach Paris zurückgekehrt. Unter tosendem Beifall betrat die Gruppe die Bühne im Konzertsaal „Olympia“, dazu wurde das Lied „Il est cinq heures, Paris s'éveille“ („Es ist fünf Uhr, Paris erwacht“) des Liedermachers Jacques Dutronc eingespielt - eine Reverenz an die französische Hauptstadt. 

„Ich liebe euch verdammt noch mal alle“, rief Frontmann Jesse Hughes den Zuschauern zu, unter denen sich auch Überlebende der Attentate vom 13. November befanden. Die Eagles of Death Metal hatten alle Besucher des blutig geendeten „Bataclan“-Konzerts zu ihrem neuen Auftritt eingeladen.  Damals hatten Islamisten beim Konzert der Band 90 Menschen ermordet.

Mitten in ihrem ersten eigenen Song stoppte die Rockgruppe kurz für einen „Moment der Erinnerung“ an die Opfer des Anschlags. Hughes, der wie immer eine Brille mit rosafarbenen Gläsern und rote Hosenträger trug, wurde immer wieder sichtbar von seinen Gefühlen übermannt. Später ging er von der Bühne und umarmte eine im Rollstuhl sitzende Überlebende. Das Lied "Secret Plans" widmete er dem Bandmitarbeiter Nick Alexander, der sich unter den Todesopfern des Bataclan befand. Zum Abschluss des Konzerts, das Hughes mit einer Gitarre in den französischen Nationalfarben beendete, lagen sich die Fans weinend in den Armen.

Der Abend stand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen: Der Bürgersteig vor dem „Olympia“ war komplett abgesperrt, Polizisten und private Sicherheitsleute kontrollierten die Besucher mehrfach, unter anderem mit Metalldetektoren. Für Überlebende und Angehörige der Opfer standen psychologische Betreuer bereit.

„Ich möchte einfach versuchen, das Set zu beenden, sodass alle einen Teil dieses schlimmen Zeugs hinter sich lassen und hier (im Herzen) mehr Platz für bessere Sachen schaffen können“, hatte Hughes zuvor dem französischen Sender iTélé gesagt.

Das sagen die Bataclan-Überlebenden zum Konzert

"Es ist mir wirklich gelungen, Spaß zu haben", sagte die bei dem Anschlag verletzte Emmanuel Wechta nach dem Konzert. "Ich bin nicht für eine Therapie gekommen, sondern um mich zu amüsieren", betonte die 42-Jährige, die noch auf Krücken geht. "Und das habe ich getan."

Der 26-jährige Alexis berichtete, drei Viertel des Konzerts seien für ihn "sehr hart" gewesen. Er hatte den Angriff im November überlebt, weil er sich zwei Stunden lang totgestellt habe. Diesmal habe er drei Meter neben einem Notausgang gesessen. Es sei "ein sehr positiver Abend" gewesen - obwohl ihn die Klänge des Schlagzeugs mitunter schrecklich an die Schüsse im Bataclan erinnert hätten.

Sänger fordert Waffen für alle

Bei Interviews vor dem Konzert hatte Hughes sich mit Blick auf den „Bataclan“-Anschlag auch erneut zur Frage der Waffengesetzgebung geäußert und gesagt: Bis niemand mehr Waffen habe, müsse vielleicht jeder Waffen haben. „Hat Ihre französische Waffenkontrolle den Tod einer einzigen Person verhindert?“, fragte er, nachdem ihn eine Journalistin von iTélé auf das Thema angesprochen hatte. Dem Sender Canal+ sagte er: „Ich bin kein Held, aber wenn ich eine Waffe gehabt hätte, hätte ich etwas ändern können - und ich wäre bereit gewesen, es zu tun.“

Aussagen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump zu den Pariser Anschlägen bezeichnete Hughes gegenüber der Zeitung „Le Monde“ allerdings als „absurd“. Trump hatte gesagt, er trage immer eine Waffe bei sich und hätte im „Bataclan“ das Feuer gegen die Terroristen eröffnet. „Ja, das ist absurd, wir sind nicht da, um Politik zu machen“, sagte auch der Eagles-Mitbegründer und Schlagzeuger Josh Homme.

Eagles of Death Metal kommen nach Deutschland

Die Band hatte ihre nach dem Anschlag unterbrochene Europatournee bereits am Samstag mit einem Konzert in Stockholm fortgesetzt. Auch Auftritte in Deutschland sind geplant, am Donnerstag ist die Band in der Münchener Tonhalle zu Gast. Schon im Dezember war die Gruppe mit zwei Stücken Überraschungsgast eines Konzertes von U2 in Paris.

Am Abend des „Bataclan“-Auftritts hatten weitere Attentäter fast zeitgleich auch an verschiedenen Bars und Restaurants in Paris sowie am Fußballstadion im Vorort Saint-Denis zugeschlagen. Insgesamt starben bei der Terrorserie 130 unschuldige Menschen.

Das „Bataclan“ soll bis Ende des Jahres renoviert und wiedereröffnet werden. Dann will Hughes mit den Eagles der erste sein, der dort auf der Bühne steht, denn: „Ich liebe diesen Club.“

dpa/afp

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