Das sind die Gründe

Zahl der Badetoten deutlich gestiegen

Bad Nenndorf - In den ersten acht Monaten dieses Jahres sind in Deutschland so viele Menschen ertrunken wie seit Jahren nicht. Eine besondere Risikogruppe sind nach wie vor auch Flüchtlinge.

Bis Ende August ertranken mindestens 425 Menschen und damit 46 mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Bad Nenndorf bekannt gab. Das ist der höchste Stand seit acht Jahren.

Erstmals seit Jahren ertranken mehr Vorschulkinder. Bis Ende August waren dies 15 Kinder unter fünf Jahren und damit sechs mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch bei den Grundschulkindern stieg die Zahl der Opfer um vier auf zwölf. Bei den Elf- bis 14-Jährigen waren es 14 Todesfälle - neun mehr als 2015. "Diese Zahlen sind das Ergebnis der Bäderschließungen und damit verbundenen Ausfällen von Schwimmunterricht an den Schulen", warnte DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje.

Eine besondere Risikogruppe sind nach wie vor auch Flüchtlinge. Insgesamt 56 Asylsuchende ertranken bislang in diesem Jahr. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr.

Besonders viele tödliche Unfälle in Schwimmbädern

Außergewöhnlich hoch ist der Anstieg von tödlichen Unfällen demnach in Schwimmbädern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Badetoten dort um sieben auf 17. Unfallschwerpunkte bleiben aber Seen und Flüsse. Vier von fünf Todesfällen ereignen sich in diesen Gewässern. In den zumeist unbewachten Binnengewässern ertranken in den ersten acht Monaten 349 Menschen.

Die Küsten von Nord- und Ostsee sind hingegen relativ sicher, weil die Badestellen zwischen Borkum und Usedom von Mitte Mai bis Mitte September von Rettungsschwimmern der DLRG bewacht werden. Im Meer ertranken bis August 17 Menschen. In Hafenbecken, Gräben und sonstigen Orten kamen 42 Menschen ums Leben. In privaten Swimmingpools gab es bislang keine Todesfälle. Im vergangenen Jahr ertranken deutschlandweit insgesamt mindestens 488 Menschen.

Als Ursachen für die Zunahme der Badetoten nannte Hatje "Leichtsinn, das Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft sowie insbesondere das Baden an unbewachten Badestellen". Das durchwachsene Wetter im August habe verhindert, dass noch mehr Menschen ertranken. In den drei Sommermonaten Juni bis August sank die Zahl der Badetoten demnach im Vergleich zu 2015 um 34 auf 220.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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