Frühchen von 65-jähriger Mutter

Vierlinge gelten als "Hochrisikopatienten"

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Annegret Raunigk als Gast in Fernsehshow.

Berlin - Sie ist 17-fache Mutter und siebenfache Großmutter: Eine 65 Jahre alte Lehrerin hat mit der Geburt von Vierlingen viel Kritik auf sich gezogen. Jetzt melden sich die Ärzte zu Wort.

''Die vier Kinder werden nicht alle gesund nach Hause gehen'', hatte etwa Mario Rüdiger, Spezialist am Uniklinikum Dresden, gesagt. Chronische Probleme drohten vor allem bei Lunge, Darm, Augen und Gehirn. Nun haben sich die Ärzte der Geburtsklinik von Annegret R. zum Zustand der Frühchen geäußert. Demnach gehe es den Vierlingen nach der Geburt den Umständen entsprechend gut. Die behandelnden Ärzte an der Berliner Charité machten am Mittwoch aber zugleich deutlich, dass es sich grundsätzlich um "Hochrisikopatienten" handele. Sie wogen bei der Geburt zwischen 655 und 960 Gramm.

Die drei Jungen und ein Mädchen kamen 14 Wochen zu früh per Kaiserschnitt zur Welt und werden in Brutkästen versorgt. Die Kinder seien "ganz zerbrechlich", aber auch "ganz süß", sagte der Direktor der Klinik für Neonatologie, Christoph Bührer. Zwei von ihnen könnten bereits spontan atmen und bekämen nur Atemhilfe, zwei Babys würden noch mit Maschinen beatmet. Ein Kind wurde demnach am Dünndarm operiert. Es gehe ihm aber nach der Operation "ganz prima", sagte Bührer. Experten befürchten mögliche Folgeschäden für die Frühchen.

Die Babys bekommen den Ärzten zufolge auch Muttermilch, zum Teil von der eigenen Mutter und zum Teil von Spenderinnen. Weiter wurde bisher bekannt, dass sich die Mutter bereits erholt habe.

Etwa eine Woche nach der Geburt von Vierlingen informieren die behandelnden Ärzte an der Berliner Charité heute über den Zustand der Kinder und der 65 Jahre alten Mutter.

Die Lehrerin Annegret R. hatte sich in der Ukraine aus Eizell- und Samenspenden im Labor gezeugte Embryonen einpflanzen lassen. Sie ist jetzt 17-fache Mutter und 7-fache Großmutter. Den späten Kinderwunsch hatte sie damit begründet, dass sich ihre neunjährige Tochter Lelia ein Geschwisterchen gewünscht habe. Die übrigen zwölf Kinder sind erwachsen.

Das Bekanntwerden der Schwangerschaft hatte im April bundesweit Aufsehen erregt. Mediziner kritisierten das Verhalten als riskant und verantwortungslos. Mehrlinge kommen fast immer vor dem Geburtstermin zur Welt, ihr Risiko für damit verbundene Gesundheitsschäden ist deshalb höher.

dpa/afp

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